Die Stopp-Regel: Bei STOPP! ist Schluss

Stopp-Regel an der Sonnenuhr Schule Berlin-Lichtenberg
Wenn mich jemand verletzt, verzichte ich auf jede Gegengewalt
Ich gebe ein lautes Stopp-Signal und sage, was der andere tun soll, z. B. STOPP … hör auf …!

Es gibt viele Situationen, in denen wir die Stoppregel anwenden. Doch es ist oft nicht einfach, den richtigen Augenblick zu treffen, um Gewalt zu verhindern. Manchmal hilft aber auch unsere Stoppregel nicht.

Konsequenzen bei Regelverletzung
  • Eine Entschuldigung: Wenn der andere nicht sofort aufhört, verlange ich eine Entschuldigung und kündige an, notfalls Hilfe zu holen (das ist kein Petzen).
  • Eine zusätzliche Wiedergutmachung: Wenn der andere weitermacht oder sich nicht richtig entschuldigt, verlange ich mit Hilfe eines Lehrers eine zusätzliche Wiedergutmachung.

1. Mit der Stopp-Regel können Schüler ihre Grenzen selbst definieren.

Sie erlaubt Schülern sich auf konstruktive Weise abzugrenzen und sie fördert den Respekt vor den Grenzen der anderen. Kinder und Jugendliche sollten Spaß haben. Sie dürfen kämpfen, rangeln und necken, Grenzen testen, frech und witzig sein. Aber nur, solange es beiden Seiten Spaß macht und niemand dabei zu Schaden kommt. Da die Schüler ihre Grenzen selbst bestimmen dürfen, müssen Sie nicht mehr die „Bestimmerin“ spielen, die entscheidet, was gut oder schlecht ist. Sie werden nicht mehr so oft in die Richterrolle gedrängt.

2. Die Stopp-Regel ist ein Kommunikationstraining.

Ziel dieses Trainings ist, dass Kinder "Nein!" sagen lernen und sich abgrenzen können und daß sie formulieren können, was sie ärgert, verletzt, kränkt, enttäuscht, stört, nervt und wütend macht.
Die Schüler haben mit der Stopp-Regel ein „Werkzeug“ in der Hand, mit dem sie sich selbst um ihre Konflikte kümmern und deutlich bestimmen können, wo der Spaß aufhört.

3. Die Stopp-Regel wirkt deeskalierend.

Da die Schüler nicht mehr zur Gewalt greifen müssen, um sich zu wehren, kommt es seltener zu einer Spirale von Gewalt und Gegengewalt. Die Zahl eskalierender Konflikte und schwererer Formen der Gewalt sinkt. Es kommt seltener zu Situationen, in denen Schüler sich unversöhnlich gegenüberstehen, weil der Konflikt schon lange andauert und die gegenseitigen Verletzungen so tief sind, dass keine Verständigung mehr möglich ist.

4. „Wer-hat-Recht-Spielchen“ werden verhindert.

Durch den Plausibilitätstest beim „Opfer“ erübrigt sich in der Regel die Nachfrage beim „Täter“. Dadurch sparen Sie sich nicht nur eine Menge Zeit, sondern auch die anstrengende Beschäftigung mit den Schutzbehauptungen und den Leugnungs- und Rechtfertigungsstrategien der „Täter“.